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Meditation
Körper, Atmung und Geist bilden in der Kung Fu Praxis eine untrennbare Einheit, welche oft als die drei Schätze oder die drei Wirkkräfte bezeichnet werden.
So betonen alle Stilrichtungen des Kung Fu – sofern sie kompetent unterrichtet werden – die Kultivierung der Körperkraft (chin. Li), der Geisteskraft (chin. Yi) und der Atmung (chin. Qi) gleichermassen und wenn auch mit unterschiedlichem Übungsaufbau, so immer im Sinne dieser Ganzheitlichkeit. Schon Damo erkannte die absolute Notwendigkeit Körper und Geist zu schulen, als er seine Mönche in der Kunst des Qigong und der Chan Meditation unterwies. Die Einheit der beiden Seiten musste für die Erleuchtung gestärkt werden. Die Mönche gewannen an physischer und psychischer Gesundheit, als Damo gezielte Übungen zur Stärkung von Körper und Geist einführte. Er entwickelte dazu einen Komplex von zwölf Übungen, die der Stärkung von Sehnen, Muskulatur einerseits, und der Lenkung des Qi (Lebensenergie) im Körper andererseits dienten.



Vermutlich war Damo auf seinen Reisen von daoistischen Gelehrten und Yoga-Gurus dazu inspiriert worden, die solche Techniken schon seit Jahrhunderten praktizierten. Das Erlangen von innerer Kraft und das intuitive Nutzen derselben brachte den Mönchen Durchhaltevermögen und Ausdauer, verbunden mit einem Gefühl von Wohlergehen und mentaler Ausgeglichenheit. Die Übungen wurden darum zu einem festen Bestandteil des Klosterlebens in Shaolin und hielten so Einzug in die Kampfkünste.

Qi, vom vielfältigen Wesen des Begriffs
Qi (Chi) bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie Luft, Dampf, Atem und kommt vielleicht dem althochdeutschen Wort „Odem“ am nächsten. Das Qi ist im Chinesischen sowohl eine Umschreibung für Materie, als auch für Energie. Qi ist also zugleich Materie und Energie und ist nach chinesischer Auffassung sowohl für den Aufbau als auch für den Erhalt unseres Körpers verantwortlich. Das Qi ist die aufbauende und treibende Kraft aller Organismen und aller Materie im ganzen Universum. Qi wird in den Kampfkünsten oft auch als ein inneres Energieniveau verstanden. Sein wichtigstes Kennzeichen ist das, was wir als Lebenstätigkeit oder Vitalität bezeichnen. Qi ist ein Energiezustand, dessen Form und Stoff nicht sichtbar, aber deutlich spürbar ist.

Verschiedene Arten von Qi
Das Yuan Qi (das ursprüngliche Qi), ist die Energie, welche man von den Eltern erbt und in den Nieren gespeichert wird. Dieses ursprüngliche Qi ist unter anderem für die Antriebskraft und Funktionsfähigkeit der verschiedenen Organe verantwortlich. Ist diese Erbenergie aufgebraucht, kann sie nicht mehr ersetzt werden, was zum Tode führt. Sie kann nicht vermehrt, sondern nur durch eine angepasste Lebensweise erhalten werden. Das Zheng Qi (reguläres Qi), ist die Energie, die der Organismus nach der Geburt aus Sauerstoff und Nährstoffen unter Mitwirkung des angeborenen Yuan Qi synthetisiert. Es wird vorwiegend in der Lunge und im Verdauungstrakt gewonnen und über das Meridiansystem verteilt. Es gilt als eigentliche Antriebskraft sämtlicher Lebensaktivität im menschlichen Organismus. Ob ein Mensch gesund ist, hängt nach Ansicht der chinesischen Medizin also nicht allein vom angeborenen Yuan Qi ab, sondern auch davon, wie kräftig das reguläre Qi ist. Auch jemand mit einer schlechten körperlichen Konstitution kann also durch gesunde Ernährung, körperliche Ertüchtigung und gute Hygiene durchaus auf einen hohen inneren Energielevel kommen.

Das Wei Qi (Abwehrenergie) zirkuliert direkt unter der Hautoberfläche und schützt den Körper vor äusseren Einflüssen wie Schlag und Stoss sowie vor Krankheiten. Nach Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird auch dieses Qi, ähnlich dem Zheng Qi, aus einer Synthese von Nährstoffen und Sauerstoff gewonnen und über den Blutkreislauf im Körper verteilt. Da diese Form des Qi auf Grund seiner hohen Flexibilität die Fähigkeit hat, an praktisch jedem Ort der Körperoberfläche seine schützende Wirkung zu entfalten, hat es besonders für die Kampfkünste eine enorme Bedeutung.
 
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