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| Wing Chun |
Die Verbreitung der Kampfkünste
Sie entwickelten in der Folge neue und schneller zu erlernende Kampfsysteme als das ursprüngliche Shaolin-System, welches sehr komplex und daher schwierig zu erlernen ist. Sie unterrichteten die neuen Systeme auch an das gemeine Volk, um mit dessen Unterstützung das ehemalige Kloster wieder aufzubauen und seine Macht wieder herzustellen. Auch eine buddhistische Nonne mit Namen Ning Mui setzte sich für die Sache dieser fünf Mönche ein und wurde dafür in den Kampfkünsten unterwiesen. Der Versuch aber, dem Kloster von Shaolin zu neuer Macht zu verhelfen schlug fehl und alle Meister wurden getötet. Der Nonne Ning Mui aber gelang die Flucht mit dem aufgezeichneten Erbe ihrer Meister.
Die Geburt des Wing Chun's
Sie entwickelte aus der Essenz dieses Wissens einen Stil mit Namen Wing Chun, benannt nach einem Mädchen namens Yim Wing Chun (Wunderschöner Frühling), die ihre erste Schülerin wurde.
Yim Wing Chun heiratete ihren Mann Leung Bok Chow, dem sie die neue Kampfkunst unterrichtete und die sie auch zusammen weiterentwickelt und verbessert haben.
Leung Bok Chow unterrichtete einen Herbalisten namens Leung Jan Kwai, der wiederum einen Schauspieler namens Wong Wah Bo unterrichtete.
Wong Wah Bo wanderte mit einer Schauspieltruppe durchs Land, welche zur Fortbewegung eine rote Junke benutzte. Der Steuermann dieser Junke war Leung Yee Tye, welcher von Wong Wah Bo in Wing Chun unterrichtet wurde. Der Steuermann, der im Umgang mit einem seinem langen Stock als Steuerinstrument und als Waffe bestens geübt war, entwickelte mit Hilfe der Grundprinzipien des Wing Chun die Langstockform und möglicherweise entstand zur selben Zeit (um 1800) auch die Kurzschwertform, welche heute dem Stil im wahrsten Sinne des Wortes den letzten Schliff gibt.
In den Zeiten der einfallenden Mandschu aus dem Norden (Ende 19.Jh.) bildeten sich in China viele Untergrundgruppierungen und Geheimbünde, welche gegen die unliebsamen Mandschu Kaiser politisch und gewaltsam Opposition machten.
Es entstanden so Geheimzirkel, in denen das Wissen der Kampfkünste nur an ausgesuchte Mitglieder weitergegeben wurde, eine Praxis, die sich übrigens in manchen Stilen bis zur heutigen Zeit, der gemässigten Kommunistische Diktatur des modernen China, bewahrt hat. Leung Jan aus Fatshan war einer dieser Eingeweihten in der Kunst des Wing Chun. Er war ein geachteter Mann in seiner Heimatstadt, der niemals ein Wort über seine aussergewöhnlichen Fertigkeiten in Kung Fu verlor. Ein Nachbar von Leung Jan, Chan Wah Soon, war ebenfalls eine geachteter Kampfkünstler und wurde von diesem mit seinen Söhnen Leung Bak und Leung Cheun zusammen unterrichtet.
Da aber Chan Wah Soon ein grosser Mann mit beachtlicher Statur war ergaben sich zwangsläufig Anpassungen des Systems an seine Anatomie. Dies führte in der Folge zu einer Teilung des Wing Chun in zwei verschiedene Stilrichtungen, als nämlich Leung Bac nach Hong Kong auswanderte und dort seinen vom Vater geerbten Stil unterrichtete und Chan Wah Soon, der in Fatshan blieb und dort sein Wissen weitergab.
Yip Man
Einer der hervorragendsten Schülern von Chan Wah Soon war der legendäre Grossmeister Yip Man, welcher vier Jahre unter Chan trainierte und nach seinem Tod das Wing Chun System auf dessen Wunsch unter Leung Bak abschloss.
1908 wanderte Yip Man in die britische Kronkolonie Hong Kong aus um zu studieren. Schon damals hatte Yip Man einen ausgezeichneten Ruf als Kampfkünstler. Durch seine guten Beziehungen und sein Talent fand er dort bald Aufnahme bei Leung Cheun, welcher ihn in weiteren Aspekten der Lehre des Wing Chun unterrichtete.
Man kann also davon ausgehen, dass Yip Man wohl als Einziger das komplette Erbe des Wing Chun angetreten hat und somit zurecht als Grossmeister des Wing Chun bezeichnet wird.
Mit dem neu erworbenen Wissen kehrte Yip Man zurück nach Fatshan, diente während der Invasion Japans 1937 zuerst in der Armee und arbeitete später bei der Polizei. Er gründete eine Familie und zeugte vier Kinder.
Das Erbe Yip Man's
1941 begann er seine beiden Söhne Yip Chun und Yip Ching zu unterrichten, welche heute als die amtierenden Grossmeister des Wing Chun angesehen werden.
Yip Man vertrat sein Leben lang eine sehr offene Haltung gegenüber seiner Lehre und so kam es, dass sehr viele Schüler direkt von ihm oder von seinen Instruktoren ausgebildet wurden.
In diesem Zusammenhang lagen die, in der Folge entstandenen Stilrichtungen, jahrelang in erbitterten Streit darüber, wer nun das wahre Erbe des 1972 verstorbenen Grossmeisters Yip Man antreten darf. Die Frage ist bis heute nicht geklärt und wird wohl auch in Zukunft nicht restlos zu klären sein. |
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