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Wing Chun

Yip Man
Yip Man wurde 1893 in Fatshan (Provinz Guandong/Kwantung) geboren. Er gehörte einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie in Südchina an. Viele bekannte Meister kamen aus Fatshan und Yip Man mochte die Kampfkunst sehr und lernte schnell.

Er diente im 2. Weltkrieg in der Armee und kämpfte 8 Jahre gegen die Japaner. Nach dem eine Marionettenregierung Fatshan regierte, entschied er sich nach Hongkong zu gehen. Mit 51 begann er in Hongkong Wing Chun zu unterrichten. Zu Beginn hatte er nur 8 Schüler. Nachdem seine Schule sehr populär wurde, zog er nach Kowloon, wo er die erste kommerzielle Wing Chun Schule eröffnete. Yip Man unterrichtete das Wing Chun System vielen Schülern (darunter auch Bruce Lee).

Er behielt sich jedoch das Recht vor seine Schüler selbst auszusuchen. Er legte grossen Wert auf das Basistraining und verband die Siu Lim Tao (Erlernen des korrekten Standes, der Koordination von Hüfte und Stand oder den richtigen Krafteinsatz) mit keiner Zeitbeschränkung. Er unterrichtete erst dann weiter, wenn der Schüler seine Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. Er schnitt seinen Unterricht auf jeden einzelnen Schüler zu - nach dessen Fitness, Körperbau, Bildungsstand, physischen Charakter und Auffassungsgabe. Er legte grossen Wert darauf, Freikampf zu üben. Sein Ziel war es, jedem Schüler Vertrauen ins Wing Chun zu geben.

Er hörte nie auf sich moderne wissenschaftlich Kenntnisse anzueignen und war nie verlegen, die Fragen der Schüler mit Mathematik und Mechanik zu belegen. Yip Man war bescheiden und hat sich nie als Meister des Wing Chun's oder als Führer einer Schule bezeichnet, denn ein solcher Titel war ihm peinlich.

Als 1972 Yip Man im Alter von 77 Jahren starb ohne einen Nachfolger zu definieren, begann der Streit um sein Erbe. Ein Zeichen davon ist, dass es heute mehrere verschiedene Schreibarten des Stiles gibt, wobei sich jeder sicher ist, die einzige "richtige" Schreibweise zu brauchen und das einzige "wahre" Wing Chun zu trainieren.

Yip Chun
Yip Hok-Chun ist der älteste Sohn von Yip Man. 1924 wurde Hok in Fatshan geboren. Yip Chun lernte Wing Chun von klein an. Am Anfang widmete er seine Zeit seinem Studium als Buchhalter. Erst 1962 zog er nach Hong Kong, wo er Wing Chun zu studieren begann und schliesslich seinen Vater beim Training assistierte. Yip Chun hat eine grosse Anzahl Studenten wie Samuel Kwok, Shaun Rawcliffe, Michael Tse, Yip Pui (Terrence) und viele mehr.


Yip Ching
Yip Hok-Ching wurde 1936 als der zweite Sohn Yip Man's in Fatshan geboren. Yip Ching begann 1949 Wing Chun zu trainieren. 1962 nachdem er die Schule beendet hatte, zog er nach Hong Kong zu seinem Vater, wo er das Wing Chun Training wiederaufnahm und schliesslich seinen Vater beim Training assistierte. Yip Ching beendete sein Geschäftsleben vollständig und widmete sein Leben von da an dem Lehren des Wing Chun's. Yip Ching hat eine grosse Anzahl Studenten wie Eric Li, Ron Heimberger, Sam Chan, Gartner Train und viele mehr.

Samuel Kwok
Samuel Kwok wurde 1948 in Hong Kong, als Sohn eines Pfarrers, geboren. 1972 beschloss Samuel Kwok nach England zu gehen, um ein Studium als psychiatrischer Pfleger zu beginnen.

In London lebend, traf er Lee Sing, der ihn unterrichtete. Als Samuel Kwok nach Hong Kong zurück kehrte, hoffte er die Wurzeln des Wing Chun zu finden.

Lee Sing stellte ihm Yip Chun vor und dieser bot Samuel Kwok an, ihm die Holzpuppenform beizubringen. In den folgenden Jahren hatte Samuel Kwok Privatunterricht bei Yip Chun. Als er den Meister-Grad erreicht hatte, verliess er ihn, um in Hong Kong eine eigene Schule zu eröffnen. Er versprach Yip Chun jedoch, dass er das reine traditionelle Wing Chun weitergeben werde; dasselbe Versprechen wie es Yip Chun seinen Vater Yip Man gab, bevor dieser starb.

1981 kehrte Samuel Kwok wieder nach England zurück, wo er nach kurzer Zeit wegen der grossen Nachfrage eine weitere Schule eröffnete. Er organisierte verschiedene Seminare, wo er Yip Chun und Yip Ching zum ersten mal nach England und nach Amerika einlud.

1998 erhielt er einen akademischen Grad von der Universität Manchester für seine Leistung zur Förderung der Kampfkunst.

Heute ist Samuel Kwok oft damit beschäftigt Wing Chun, durch Seminare, Demonstrationen, Bücher und Videos, in der Welt zu verbreiten. Ebenso organisiert er Trainingsreisen nach Hong Kong, zum Großmeister Yip Chun für seine Schüler, damit sie von Yip Chun's Wissen profitieren können. Samuel Kwok ist dem reinen traditionellen Wing Chun treu geblieben und lehrt es auch heute noch persönlich.


Lex Reinhart
Alexander G. Reinhart wurde 1963 in Zürich geboren. Er begann mit 16 Jahren Kung Fu zu trainieren. Zuerst Yang Tai Chi Chuan, Qi Gong Meditation und Atemtechniken. Wenig später Wing Chun Chuan und Handhabung diverser Waffen.

Anschliessend Ta Cheng Chuan, Chan [Zen], Tuschemalen, Studien in Akupunktur, Kendo, Kyudo und Iaido.

Als Organisations- und Schulleiter der NING MUI Gong Fu Schule Zürich führt er seine eigene Schule.

Den Abschluss seiner Amateur-Karriere bildete die Teilnahme an der Offenen Gong Fu Weltmeisterschaft 1986 in Taipei, Rep. of China.

Für Lex Reinhart ist das oberste Ziel die Integration des Gelernten in den Alltag. Dies bringt Ausgeglichenheit, Lebensfreude und ganzheitliches Vertrauen in allen Lebenslagen. Mit diesem Leitgedanken hat er sein umfassendes Hobby zum Beruf gemacht.

"In unserer Gesellschaft ist Sieger, wer am schnellsten den 'höchsten Berggipfel' erreicht. Für mich aber ist Sieger, wer sich selbst besiegt - spontane Achtsamkeit geschehen lässt, im Alltag das Paradies erlebt."
 
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